Carsten, ein guter Freund von mir, studiert an der Uni Münster. Er fühlt sich dort eigentlich recht wohl, doch jetzt kam die Uni in die Medien, und zwar nicht unbedingt mit positiven Meldungen. Es ging um die Studienplatzvergabe eines Masterstudiums. Dabei hatte eine Bewerberin, die sich für die Uni Münster entschieden hatte, gegen die Uni geklagt, nachdem sie abgelehnt wurde. Carsten kannte die junge Frau und erzählte mir hautnah, wie ungerecht die Bewertungen für die Studienplatzvergabe tatsächlich aussehen. Mittlerweile hat das Gericht entschieden, und zwar zugunsten der jungen Frau.
Der Fall im Überblick
Die Studentin hatte sich für einen Master-Studiengang an der Uni Münster beworben. Dabei hatte sie schon ein Diplom in Tourismuswirtschaft erworben, das sie mit „gut“ bestanden hatte. Den BWL-Master wollte sie in Münster machen. Für die Zulassung zum Studium wandte die Uni ein zweistufiges Verfahren an.
Dabei sollte die Eignung der Bewerber durch ein Punktesystem festgestellt werden. Insgesamt 20 Punkte sollten für die Noten des Abiturs vergeben werden, bis zu 40 Punkte waren für einen vorhergehenden Abschluss, meist einen Bachelor-Abschluss vorgesehen und nochmals 40 Punkte sollten nach sonstigen Qualifikationsmerkmalen vergeben werden. Zu diesen gehörte unter anderem auch ein Motivationsschreiben.
Vor Gericht
Die Richter hingegen gingen mit diesem Punktesystem nicht konform. Sie sahen das Ganze so, dass in der ersten Verfahrensstufe zur Auswahl geeigneter Studenten ausschließlich die Qualität des ersten Abschlusses entscheidend sei. Abiturnoten und Motivationsschreiben könnten hierbei laut geltendem Recht nicht berücksichtigt werden. Auch in der zweiten Stufe müsse vorwiegend der erste Abschluss und dessen Qualität berücksichtigt werden, so die Richter. Mit dem angewandten Punktesystem seien diese rechtlichen Vorgaben nicht erfüllbar, so dass die Studentin zumindest vorläufig zum Masterstudium zugelassen werden müsse. Die Entscheidungen fielen übrigens im Eilverfahren. Dennoch wirft der Fall kein gutes Licht auf die Uni Münster und ich würde es mir zweimal überlegen, mich dort zu bewerben.