Karl-Theodor zu Guttenberg sorgt ja in diesen Tagen für reichlich Aufsehen. Die abgekupferte Doktorarbeit hat an unserer Uni ebenfalls für viel Gesprächsstoff gesorgt. Auf dem Blog der Uni Potsdam, an der ich selbst studiere, lassen sich Kommilitonen, aber auch Professoren deutlich über zu Guttenberg und seine Taten aus. Sie alle sind sich einig, dass Betrug gerade in wissenschaftlichen Arbeiten und das damit verbundene regelrechte Erschleichen von Doktortiteln und Co. keinesfalls geht.
Insbesondere die Reaktion der Politiker beschäftigt viele meiner Kommilitonen. Sie spielen die abgekupferte Doktorarbeit als Bagatelle herunter und sind dann der Meinung, dass wir alle noch Vertrauen in sie haben sollen. Da stellt sich so manchem doch die Frage, was künftig Master oder Bachelor oder andere Titel noch für einen Wert haben werden.
Hitzige Diskussion wird öffentlich
Durch die Eintragungen im Blog unserer Uni werden die hitzigen Diskussionen zudem sehr öffentlich publik gemacht. Sogar in Tageszeitungen der Region wurde schon über unsere Uni berichtet. Mir persönlich stellt sich dabei mitunter die Frage, ob es den laut brüllenden Studenten und Professoren tatsächlich um die Anprangerung des Betrugs in der Wissenschaft geht oder ob damit nicht gleich für eine höhere Bekanntheit der Uni geworben werden soll.
Nicht, dass mich hier jemand falsch versteht, ich bin auch kein Freund von Abschreibeübungen, allerdings denke ich kaum, dass die öffentliche Diskussion den Tatbestand ändert. Jeder sollte sich hier eine ganz persönliche und eigene Meinung bilden, was aufgrund der vorgegebenen Meinungen nicht ganz einfach sein dürfte.
Korrekte Quellenangaben sind Pflicht
Sicherlich kenne ich auch einige Studenten, die das Schreiben von Arbeiten anbieten, gegen Bezahlung versteht sich. Aber insgesamt sind doch die meisten meiner Kommilitonen so ehrlich, ihre Leistungen ebenso selbst zu erbringen. Dass dabei die Quellen richtig angegeben werden, ist ebenfalls für die meisten selbstverständlich. Schade nur, dass gerade ein Mensch, der für uns alle Vorbild sein soll, diese ehrbaren Grundlagen nicht umzusetzen vermochte.